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Geschafft: Die Erleichterung über die erste
Schwimm-Medaille in Athen ist den deutschen
Staffelfrauen anzusehen. FOTO: DPA
ATHEN (dpa). Endlich eine Medaille! Deutschlands Schwimmerinnen ist der Befreiungsschlag gelungen. Franziska van Almsick, Petra Dallmann, Antje Buschschulte und Hannah Stockbauer zogen das Verlierer-Team am fünften Wettkampftag in Athen mit 7:57,05 Minuten und Platz drei über 4×200-Meter Freistil aus dem Tal der Tränen.
"Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen", sagte Startschwimmerin Franziska van Almsick. Olympiasieger wurde die Staffel der USA, die in 7:53,42 Minuten den 17 Jahre alten Weltrekord eines DDR-Quartetts um 2,05 Sekunden unterbot. Silber gewann China (7:55,97).
Mit einem Riesen-Schlussspurt sicherte Hannah Stockbauer das erste Edelmetall. Fragend blickte sie an die Anzeigetafel, dann fielen sich alle in die Arme. Tränen flossen. "Das ist ein Traum von jedem Sportler", jubelte die Erlangerin. "Franzi" hatte zwei Bahnen lang geführt und musste dann ihrem enormen Tempo Tribut zollen. "Wir haben alle ein bisschen geweint. So richtig fassen kann ich es noch nicht", sagte van Almsick, die an dritter Stelle liegend wechselte. Petra Dallmann fiel zurück, aber Antje Buschschulte holte bravourös Bronze zurück, das Hannah Stockbauer ganz festhielt: "Für die Staffel legt man sich schon noch ein bisschen mehr ins Zeug."
"Wir haben alle ein bisschen geweint." Franziska van Almsick
Franziska van Almsick fühlte sich am Tag nach ihrer bitteren Niederlage über 200 Meter Freistil einfach "beschissen". Platz fünf statt Gold - das muss sie erst einmal verarbeiten. "Ich habe keine Zeit zu trauern." Sie flüchtete sich in die Normalität. "Ich habe im Moment keine Zeit, darüber nachzudenken, was gestern war. Ich bin hier bei Olympischen Spielen. Ich werde das Programm durchziehen." Sie qualifizierte sich am Morgen über 100 Meter Freistil für das Halbfinale, verzichtete aber. Die Staffel ging vor. Nach dem Ende der Schwimm-Wettbewerbe wird Franziska van Almsick ihrem Freund Stefan Kretzschmar, der mit den deutschen Handballern Olympiasieger werden will, die Daumen drücken. Solange bleibt "Franzi" auch in Athen. Danach wollen sie gemeinsam Urlaub machen. Franziska van Almsick schreibt an einem Buch. Ende September soll es erscheinen. Das Kapitel Gold wird fehlen.
"Der Verband steht nach wie vor zu 100 Prozent geschlossen vor dem Team und zu 100 Prozent hinter den Trainern." DSV-Präsidentin Christa Thiel
Die Essenerin Anne Poleska hat sich als Halbfinal-Vierte für das Finale über 200 Meter Brust qualifiziert, Birte Steven aus Hannover schied dagegen aus. Heute will Hannah Stockbauer (Erlangen) schon im Vorlauf über 800 Meter Freistil zeigen, dass mit ihr wieder zu rechnen ist. Über 400 Meter war die fünffache Weltmeisterin als Zwölfte im Vorlauf gescheitert.
Christa Thiel, Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), hat personelle Konsequenzen nach dem schlechten Abschneiden in Athen indes ausgeschlossen. "Der Verband steht nach wie vor zu 100 Prozent geschlossen vor dem Team und zu 100 Prozent hinter den Trainern", sagte sie. Sie stellte aber auch fest: "Natürlich müssen wir nach Abschluss der Wettbewerbe ganz tief analysieren."
Der Niederländer Pieter van den Hoogenband gewann derweil Gold über 100 Meter Freistil (48,17 Sekunden), Australiens Superstar Ian Thorpe (48,56) blieb hinter dem Südafrikaner Roland Schoemann (48,23) nur Bronze. Die 20 Jahre alte Australierin Jodie Henry schwamm über 100 Meter Freistil in 53,52 Sekunden schon im Halbfinale Weltrekord und fand es "total verrückt".