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© SVNU 2004-08

"Mir fiel ein Gebirge vom Herzen" -
Petra
Dallmann. FOTO: DPA
ATHEN. Petra Dallmann (25) ist neben Anne Poleska die einzige deutsche Schwimmerin in Athen, die zwei Komponenten vereinigt: Sie ist mit ihrem Abschneiden zufrieden - und sie gewann eine Medaille. Mit der 4×200-Meter-Staffel, für die im Finale außer Dallmann noch Franziska van Almsick, Antje Buschschulte und Hannah Stockbauer schwammen, holte sie Bronze. BZ-Redakteur Georg Gulde sprach mit der aus Umkirch stammenden Medizinstudentin.
BZ: Sind Sie Hannah Stockbauer dankbar?
Dallmann: Ja, sehr - aber nicht nur ihr. Hannah hat als Schlussschwimmerin gegen den Ansturm der Australierinnen Platz drei gesichert. Doch "Franzi", Antje und ein bisschen auch ich haben zu dem Ergebnis beigetragen. Wir sind, das ist keine Floskel, ein Team.
BZ: Mit "fliegendem Start" sind Sie Ihre Strecke in 2:00,06 Minuten geschwommen, eine Sekunde langsamer als bei der deutschen Meisterschaft vor einigen Wochen. Wie hätten Sie reagiert, wenn nur der vierte Platz herausgesprungen wäre?
Dallmann: Wenn wir Bronze verpasst hätten, dann hätte ich mir bestimmt Vorwürfe gemacht und das Hirn zermartert, wo und wieso ich die Zeit verloren habe. So ein Typ bin ich. Darüber brauche ich nun nicht nachzudenken. Als Hannah fünf Hundertstelsekunden vor der Australierin Petria Thomas im Ziel war, ist mir ein ganzes Gebirge vom Herzen gefallen.
BZ: Wie war das nach der Siegerehrung, haben Sie gemeinsam gefeiert?
Dallmann: Nein, nur ich habe mir ein Gläschen Sekt gegönnt. Für mich sind die Wettkämpfe abgeschlossen. Antje und Stockbauer mussten dagegen am Donnerstag gleich wieder schwimmen.
BZ: Franziska van Almsick?
Dallmann: Ihr war nach ihrem verpassten Traum vom Olympiasieg über 200 Meter Freistil noch nicht so richtig zum Feiern. Dafür habe ich Verständnis. Sie hatte alles für dieses eine Rennen getan. Sie hat ihr Talent eingesetzt, sie hat ganz hart trainiert - und es trotzdem nicht geschafft. Das ist traurig. Sie ist, nur einen Tag nach dieser großen Enttäuschung, in der Staffel an den Start gegangen. Da habe ich großen Respekt vor. Ich bin stolz, dass ich mit drei so renommierten Schwimmerinnen wie Franziska, Antje und Hannah in einer Mannschaft sein und eine Medaille gewinnen durfte.
BZ: Welche Gefühle hatten Sie im Vorlauf, in dem Sie sich mit einer guten Zeit fürs Finale qualifizieren mussten?
Dallmann: Wir wussten, dass die zwei Schwimmerinnen mit den schlechtesten Zeiten im Endlauf für Franziska und Antje Platz machen mussten. Da feuert man die Kolleginnen an, schnell zu schwimmen. Auf der anderen Seite habe ich gehofft, dass sie nicht schneller sein würden als ich. Dies ist eine ganz schwierige Situation, obwohl am Schluss ja auch die im Vorlauf eingesetzten Jana Götz und Sara Harstick eine Medaille erhalten haben. Doch jede Athletin will sie natürlich "richtig erkämpfen", also im Finale dabei sein.